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Auf den Spuren der Hohenburger Vergangenheit

 

Die wenigsten Hohenburger Schülerinnen verbinden den 21.07.1707 mit ihrer Schule, doch die Ereignisse dieses Tages waren „schuld“ daran, dass das heutige Schloss, in dem sich die Schule befindet, gebaut wurde.
Was passierte an diesem heißen Sommertag vor 300 Jahren?

 


Der „Verein der Freunde der Ruine Hohenburg“ hatte sich die Aufgabe gestellt, die Geschichte dieser Burg, dieses Schlosses, das unweit des heutigen Gebäudes auf einem Bergrücken stand, zu erforschen.

Neben der Vermessung des Berges, der Mauerreste und dem Stöbern in Archiven entstand eine Ausstellung im Heimatmuseum der Gemeinde Lenggries, die am 21.07.2007 – also 300 Jahre nach der Zerstörung – eröffnet wurde.

Diese Ausstellung war in diesem und im vergangenen Schuljahr Ziel der jeweiligen 6. Klassen, um ihnen die Geschichte ihres Schulgebäudes etwas näher zu bringen. Geführt wurden die Mädchen von Stephan Bammer, der auch ein Buch über die alte Hohenburg geschrieben hat.

Sie erfuhren Wissenswertes über den Herrschaftsbereich, die Hofmark, der Besitzer, die Gerichtsbarkeit und die Lebensumstände auf der alten Burg. Um aber verstehen zu können, wie es zu den Ereignissen um 1705 kam, infolge derer die alte Hohenburg zerstört wurde, wurden auch die wichtigsten Hintergründe des Spanischen Erbfolgekrieges erwähnt.

Nach der Erhebung des Oberlandes und der Sendlinger Mordweihnacht von 1705 bekam auch die Hohenburg eine Besatzung durch österreichische Soldaten, die den Brand der Burg am 21.07.1707 verursachten.


Der damalige Besitzer veranlasste schon kurz nach dem Brand den Neubau eines bequemeren und repräsentativeren Schlosses, den wir heute als Schule nutzen dürfen.

Besonderes Interesse in der Ausstellung fand die Gerichtsszene, in der ein Richter über ein unverheiratetes Paar, das ein Kind gezeugt hat, Recht spricht

. Herr Bammer konnte mehrere Urteile zu diesem Sachverhalt zitieren und auch die unterschiedlichen Situationen anschaulich erklären. Eine überdimensionale Halsgeige, die in der Ausstellung stand, verdeutlichte eine Art der Bestrafung: Am Pranger stehen.


Ein Film, der die virtuell rekonstruierte Burg in einem „Rundflug“ zeigt, rundete den Besuch der Ausstellung ab.

Neben der virtuellen Burg ist aber auch ein maßstabsgetreues Modell der alten Anlage im Fremdenverkehrsbüro zu besichtigen, das von Schülerinnen gebaut worden ist.

 

Richard Schürger

 

 
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